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Das Leisner-Archiv

Arquivo Leisner (PORTUGIESISCH)

DIE FORSCHUNGEN VON GEORG UND VERA LEISNER UND DIE ENTSTEHUNG DES LEISNER-ARCHIVS

Die deutschen Archäologen Georg und Vera Leisner sind maßgebliche Autoren für die Megalith-Forschung und für die Forschungsgeschichte der Prähistorie auf der Iberischen Halbinsel. Die Anfänge ihrer Untersuchungen in Spanien und Portugal gehen auf das Jahr 1933 zurück und entwickelten sich dann während des gesamten weiteren Lebens des Forscherehepaars (Georg Leisner, * 2.9.1870 in Kiel – † 20.9.1957 in Stuttgart; Vera Leisner, * 4.2.1885 in New York; † 31.5.1972 in Hamburg).

Die Erinnerung an diese Forschungen ist durch die zahlreichen Werke gut dokumentiert, die in ihrer Mehrzahl in der BA (Archäologischen Bibliothek) eingesehen werden können und darüber hinaus in einem umfangreichen Fundus von Dokumenten, dem «Leisner-Archiv (Arquivo Leisner)». Dieser Bestand setzt sich aus etwa 49.500 Dokumenten zusammen – annähernd 19.000 Schriftdokumente und 30.500 grafische bzw. fotografische Dokumente), die von Georg und Vera Leisner während ihrer Untersuchungen auf der Iberischen Halbinsel entstanden  sind und aufbewahrt wurden.

Vera Leisner vermachte diese Dokumentation dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI), Abteilung Madrid mit der ausdrücklichen Zusatzbemerkung, dass sie in Portugal verbleiben sollte als Dank für die Unterstützung, die das Ehepaar seit seiner Ankunft in Portugal mitten im Zweiten Weltkrieg bis 1972 von porgtugiesischer Seite bekommen hat. Dieser Bestand an Dokumenten blieb dann in der Außenstelle Lissabon  des Deutschen Archäologischen Instituts, die im Jahr 1999 geschlossen wurde, Danach wurden sie zusammen mit der Bibliothek dem Portugiesischen Staat als Dauerleihgabe übergeben, wo sie jetzt Bestandteil der Archäologischen Bibliothek (Biblioteca de Arqueologia - BA) im Palácio da Ajuda in Lissabon sind.

 

DAS PROGRAMM ZUR RESTAURIERUNG, AUFARBEITUNG UND AUFSTELLUNG DER DOKUMENT-BESTÄNDE (2012-2013)

Innerhalb des Programms der Gulbenkian-Stiftung (Fundação Calouste Gulbenkian) zur Restaurierung, Aufarbeitung und Aufstellung der Dokument-Bestände wurde im Jahr 2012 von der Denkmalbehörde «Direção-Geral de Património Cultural – DGPC» eine Stelle zur Aufarbeitung des Leisner-Archivs ausgeschrieben,  die von der genannten Stiftung finanziert wurde.  

In Anbetracht des wissenschaftlichen und archivarischen Intresses des Bestandes wurde ein Phasen-Plan für seine Inventarisierung, Konservierung und Digitalisierung entworfen.

Das Hauptziel diese Projektes konzentrierte sich auf die Aufarbeitung und Digitalisierung der Briefe, um einen allgemeinen Zugang über die Internetseiten (websites, homepages) der betreffenden Institutionen – DGPC und DAI –  herzustellen. Es wurden folgende Arbeitsschritte vorgesehen: zunächst eine allgemeine Bestandsaufnahme des Dokumenten-Fundus, dann die Reinigung (z. B. von Staub und Insekten) sowie kleinere Restaurierungsmaßnahmen und schließlich eine geeignete Ordnung und Ablage.

Zur Durchführung dieses Projektes verabschiedete die DGPC mit dem DAI ein Kooperationsabkommen, das den Umgang mit dem Leisner-Archiv regelt.

Die Arbeitsgruppe des Leisner-Projektes setzte sich aus Archäologen, Bibliothekaren, Archivaren und archäologischen Mitarbeitern der DGPC und des DAI zusammen. Darüber hinaus wurden Verträge mit externen Beratunsgsdiensten für Archive und Digitalisierungsfirmen geschlossen.

 

DIE BRIEFE

Angesichts des Dokumentenumfangs des Leisner-Archivs wurde das Projekt in zwei Arbeitsschritten geplant: eine allgemeine Sichtung des Archivs und ein auf die Briefe zugeschnittenes Programm.

Die Korrespondenz ist wahrscheinlich der am wenigsten bekannte Teil des Archivs, denn in den zahlreichen Veröffentlichungen des Ehepaar Leisner wurden große Teile der Fotos und Zeichnungen, die zum Archiv gehören, vorgelegt.

Die Briefsammlung besteht aus etwa 4000 Dokumenten, die mit der Software Bibliobase auf Serienebene in einer Seite für die bibliographische Recherche archiviert wurden. Alle Dokumente wurden inventarisiert, benummert und digitalisiert.

Während der Aufnahme dieses Bestandes war es möglich, eine Grobklassifikation des Nachlasses durchzuführen, und zwar folgendermaßen:

1. Sprachen. Der überwiegende Teil der Briefe ist auf Deutsch oder Portugiesisch geschrieben, ein kleinerer Teil auf Spanisch, Englisch oder Französisch. Was die große Zahl der auf Deutsch geschriebenen Briefe anbelangt, mehrere auch in Sütterlin-Schrift, wird nach einer Möglichkeit gesucht, diese Dokumente im Sinne der Partnerschaft mit dem DAI Madrid für eine zukünftige on-line-Nutzung zu übersetzen, um damit dem portugiesischen Zielpublikum entgegen zu kommen.

2. Sender/Empfänger-Länder. Die enorme Palette wissenschaftlicher Beziehungen von Georg und Vera Leisner wird durch die Vielfalt der im Leisner-Archiv vertretenen Länder belegt.

3. Sender/Empfänger-Institutionen.  Bei den Sendern und Empfängern müssen zwei Dokumentengruppen unterschieden werden: die persönlichen und die beruflichen bzw. wissenschaftlichen. Im Augenblick ist nur ein Ansatz sicher, der sich mit den nicht auf Deutsch verfassten Dokumenten beschäftigt. Dabei wird die Möglichkeit offen gelassen, dass sich in Zukunft nach einer Übersetzung dieses Bestandteils einige Änderungen in der Verteilung ergeben.  Unter diesem wichtigen Vorbehalt zeigt sich bei den nicht deutschen Dokumenten, dass nur wenige persönliche Briefe vorkommen, während es sich bei der Mehrzahl um berufliche bzw. wissenschaftliche Korrespondenz handelt.

Wenn man alle Sender/Empfänger-Institutionen betrachtet fallen zwei große Gruppen auf, eine portugiesische und eine deutschsprachige.

Im Falle von Portugal steht die intensive Forschungsarbeit von Georg und Vera Leisner im Vordergrund. Es gibt Korrespondenzserien mit den wichtigen nationalen Museen, vor allem mit dem damaligen Nationalmuseum für Archäologie und Ethnologie, «Museu Nacional de Arqueologia e Etnologia» (heute MNA), aber auch mit Regionalmuseen wie dem «Museu Tavares Proença Júnior» (Castelo Branco) oder kleinen Lokalmuseen wie dem Archäologischen Museum von Sesimbra.

Die Korrespondenz mit der «Junta Nacional de Educação» und dem «Instituto de Alta Cultura» spiegelt die Unterstützung wider, die die portugiesischen Institutionen den archäologischen Ausgrabungen und nachfolgenden Auswertungen des Ehepaars gewährten, die außerdem von anderen nationalen Organen unterstützt wurden wie die Gulbenkian-Stiftung, «Fundação Calouste Gulbenkian», oder die  «Junta de Turismo de Cascais». Man kann aus den Briefen schließen, dass praktisch alle wichtigen portugiesischen Institutionen mit archäologischen Aktivitäten (Universitäten, wissenschaftliche Gesellschaften, Vereine…) in diesem Bestand vertreten sind, worin sich die starke  Verbindung der Leisners mit der portugiesischen wissenschaftlichen Gemeinschaft ausdrückt. Einige Briefe beziehen sich auf persönliche Angelegenheiten von Georg und Vera Leisner, sowohl mit dem Finanzministerium, «Ministério das Finanças» als auch mit der Geheimpolizei «Polícia de Intervenção e Defesa do Estado – PIDE».

Im Falle der deutschsprachigen Briefe überwiegt die Korrespondenz mit dem Deutschen Archäologischen Institut, der Institution, mit der sie während ihrer gesamten wissenschaftlichen Laufbahn stets eine Zusammenarbeit aufrecht erhielten. Außerdem sind auch Briefwechsel mit Universitäten dokumentiert, vor allem mit der Universität Marburg, an der Georg und Vera leisner studiert haben, und Forschungsinstituten wie der Römisch-Germanischen Kommission oder Verlagen wie Walter de Gruyter.

Die Korrespondenz mit Institutionen anderer Länder ist ein Beleg für den internationalen Bekanntheitsgrad des Ehepaars Leisner. Das zeigt sich in den Briefwechseln mit Universitäten wie z. B. mit der Universität Cambridge oder mit Museen wie im Falle des Musée du Louvre in Paris oder des Bernischen Historischen Museums in der Schweiz. Bei vielen dieser Briefe geht es um den Tausch von Publikationen vor dem Hintergrund der Schwierigkeiten in Portugal an aktuelle Literatur zu kommen. Dadurch wurde das Fundament dafür geschaffen, was später zur Bibliothek des Deutschen Archäologischen Instituts in Lissabon wurde – die heutige Archäologische Bibliothek der DGPC (BA).

Darüber hinaus gibt es Korrespondenz mit Fachzeitschriften wie z. B. Antiquity Journal, Verlagen wie Thames and Hudson oder andere Institutionen bzw. Forschungszentren, vor allem das «Instituto Español de Prehistoria».

4. Personen (Sendung und Empfang). Die Personen, die zur wissenschaftlichen Vernetzung von Georg und Vera Leisner gehörten, gehen sowohl aus den Briefen hervor, die sie erhielten, als auch aus den Kopien der verschickten Briefe – ein Faktum, das für ihre Korrespondenzgepflogenheiten typisch ist.

Die Auswertung der Korrespondenz lässt zwei Phasen erkennen: eine erste bis zum Tode von Georg Leisner, in der die wissenschaftliche und berufliche Korrespondenz fast ausschließlich von ihm geschrieben wurde, und eine zweite, in der die meisten Briefe von Vera Leisner stammen oder sich an sie richten. In der ersten Phase gibt es interessante Momentaufnahmen aus einem Europa im Krieg. Dazu gehören Beschreibungen der Bombardierung der Wohnung des Ehepaars in München. In der zweiten Phase wurden die Kontakte mit portugiesischen Archäologen und Institutionen intensiviert.

In den Briefen sind die damaligen Hauptautoren der prähistorischen Archäologie vertreten.

Aus Portugal lassen sich folgende Personen nennen: Hipólito da Costa Cabaço, Luís de Albuquerque, Octávio da Veiga Ferreira, José Formosinho, José Pires Gonçalves, Manuel Heleno, J. L. Saavedra Machado, Afonso do Paço, Leonel Ribeiro und Abel Viana.

Im Zusammenhang mit den Megalithen ist auf der Iberischen Halbinsel eine große Zahl von spanischen Archäologen nennen, die in den Briefen auftauchen, vor allem: Martín Almagro Basch, Florentino Alonso-Cuevillas, Antonio Beltrán Martínez, Pedro Bosch-Gimpera, C. Cerdán Márquez, D. Bonsor, Emeterio Cuadrado, Juan Maluquer de Motes, Luís Monteagudo und Antonio García y Bellido.

Außerhalb der Iberischen Halbinsel sind mit besonderem Interesse folgende weltbekannte Hauptautoren zu nennen wie Robert Braidwood, Vere Gordon Childe, Glyn Daniel, Pierre Giot, Stuart Piggott oder Mortimer Wheeler.

Aus Deutschland und aus dem Deutschen Archäologischen Institut, Abteilung Madrid sind u. a. vor allem folgende Forscher zu nennen, die zum Kontaktnetz des Ehepaar Leisner gehörten: Hermanfrid Schubart, Helmut Schlunk, Edward Sangmeister, Klaus Parlasca, Philine Kalb und Wilhelm Grünhagen.

Unter der persönlichen Korrespondenz sind vor allem die Briefe von Bedeutung, die Vera Leisner mit ihrer Familie gewechselt hat, der Familie De la Camp.

5. Archäologische Fundplätze. Der größte Teil der erwähnten archäologischen Fundplätze liegen auf portugiesischem Boden. Es ist vorgesehen sie mit den archäologischen Fundplätzen, die in der Datenbank der DGPC, Endovélico inventarisiert wurden, zu verlinken.

Bei den angeführten Plätzen handelt es sich in der Mehrzahl um Megalithen, vor allem um die Gruppen der Megalithen von Reguengos de Monsaraz, von Cascais und den Beiras. Außerdem gibt es wichtige Erwähnungen von Plätzen aus dem Süden Spaniens wie Los Millares und die Megalithen von Huelva.

 

ORGANISATIONSKRITERIEN UND SUCHVORSCHLÄGE

Mit dem Ende der ersten Phase der Aufarbeitung des Leisner-Archivs stehen ein on-line-Inventar sowie die Digitalisate der Briefe selbst zur Verfügung.

Um den Aufbau der Datenbank besser zu verstehen und Suchanfragen besser zu gestalten schlagen wir vor das dafür erarbeitete Schlagwortverzeichnis zu konsultieren.

 

Um das gesamte Projekt kennen zu lernen wird auf folgende Links verwiesen:

  • Der Abschlussbericht (dieser wird erst nach Genehmigung durch die Gulbenkian-Stiftung ins Netz und als pdf zur Verfügung gestellt)